Der Kleingarten gilt als typisch deutsche Institution. Tatsächlich gibt es nirgendwo in Europa mehr Kleingärten als in Deutschland. Man schätzt, dass es rund 900.000 Parzellen gibt, die meisten davon in Ostdeutschland. Die Geschichte der Kleingärten begann im 18. / 19. Jahrhundert als „Armengärten“ gegen den Hunger in den Städten. Sie sicherten in Krisenzeiten das Überleben vieler Familien, da Lebensmittel knapp waren. Angeregt durch den Arzt Moritz Schreber entstanden um die Beete kleine Spielwiesen für die Kinder, später Grillplätze für Verwandte und Freunde.

Gründung

Unser Verein wurde am 12.02.1932 gegründet. Dazu wurde das 80m x 100m große Gelände der Schützenwiese kultiviert. Im Jahre 1934 mussten diese Gärten nach Beschlussfassung der damaligen Stadtverwaltung dem jetzigen Fußballplatz weichen. Es entstand eine Ersatzanlage in der Gartenstraße, welche bis zur Rückübertragung an die Alteigentümer im Jahre 2018 bestand. Im Jahre 1939 wurde ein großer Teil des ungenutzten Geländes der Sportplatzanlage auf der Inselstadt in Kleingärten umgestaltet und die ersten 50 Parzellen a;s Kleingärten übergeben, der Bestand wuchs stetig.

1945 bis heute

Noch zu DDR-Zeiten erfolgte die elektrische und wasserseitige Erschließung der Anlage. Diese Kraftakte vollbrachten die Gärtnerinnen und Gärtner überwiegend in Eigenleistung. Am 05.09.1990  wurde der Kleingartenverein „Havelstrand“ e.V. beim Amtsgericht Potsdam registriert. Trotzdem nahm in den 1990er und 2000er Jahren das Interesse an unseren Kleingärten ab. Die gewonnene Reisefreiheit zog die Menschen zunächst in ferne Länder statt des heimischen Garten. Ältere Mitglieder gaben ihre Gärten aus Altersgründen auf. 

In der Corona-Krise kam der Kleingarten wieder in Mode: Immer mehr junge Menschen entdeckten ihn als sicherer Zufluchtsort und entspannten Aufenthaltsraum außerhalb der Stadt. Die Freude am Gärtnern hält bis heute ungebrochen an. Heute pachten bei uns 171 Mitgliedern mit ihren Familien preisgünstig einen Schrebergarten. Viele Mitglieder plauschen über den Gartenzaun und tauschen leckere Rezepte aus. Auch optisch hat sich unsere Anlage durch die fleißige Arbeit unserer Mitgliederzu einem attraktiven Aufenthaltsort gewandelt. Als Bestandteil des Inselrundweges ist sie zu einem touristischen Anziehungspunkt geworden.