Seit 2023 ist das Pflanzen von Thuja, auch als Lebensbaum bekannt, per Rahmen-Garten-Ordnung des Landes Brandenburg verboten. Die Thuja befindet sich derzeit zwar "nur" auf der Grauen Liste des Bundesamts für Naturschutz, muss aber trotzdem beim Pachtwechsel eines Gartens vollständig entfernt werden.
Nicht invasiv, aber bedrohlich
Nur heimische, blühende und fruchtende Sträucher bieten Versteckmöglichkeiten, Nahrung und Lebensraum für Vögel und Insekten. Die aus Asien und Amerika stammenden Thuja-Arten sind als Heckenpflanzen für unsere Tierwelt kaum von Nutzen, denn ihr Wuchs ist zu dicht. Nur für Blattläuse, die Thuja-Miniermotte und zwei Käferarten ist das Gehölz nützlich. Weitere Nachteile: der hohe Wasserbedarf sowie die Giftigkeit der Pflanze, die beim Menschen bereits durch bloßes Berühren Hausauschlag verursachen kann. Thuja enzieht im Umkreis von zwei Metern dem Boden das komplette Wasser. Andere Pflanzen können im Umkreis des "Lebensbaums" nicht mehr wachsen. Dies wird insbesondere in unseren Dürre geplagten Sommern zum Problem.
Die Thuja is übrigens nur eine von verschiedenen Pflanzen, die in Brandenburgs Kleingärten nicht erlaubt sind. Auch Nadelbäume wie Tanne, Fichte, Mammutbaum und Kiefer, Laubbäume wie Eiche, Ahorn und Birke gehören nicht auf die Parzellen. Verboten sind ebenso Goldregen, Essigbaum und Cannabis. Die gesamte Liste findest Du in der Rahmen-Gartenordnung.
Im folgenen stellen wir Dir pflegleichte Pflanzen zum Sichtschutz vor, mit denen Du die ohnehin nicht besonders attraktiven Thujas ersetzen kannst.
Winterharter Hibiskus
Wer den Sichtschutz einer Hecke vermisst und nicht jahrelange warten möchte, bis ein neues Gehölz gewachsen ist, dem empfehlen wir den wintenharten Hibiskus (Stauden- oder Riesenhibiskus). Er wächst schön buschig mit oval-rundlich bis herzförmigen Blättern. Während seiner Blütezeit ist der Staudenhibiskus an Schönheit kaum zu übertreffen mit seinen handtellergroßen weisen, violetten oder roten Blüten, die auch in der Dämmerung fast schon leuchten.
Mit seinen buschigen Blättern bietet er guten Sichtschutz. Ebenfalls kann er gut Trockenheitsperioden überstehen und ist absolut winterhart bis -30c. Bitte nicht verwechseln mit dem tropischen Hibiskus, den es zwar in einer größeren Farbvielfalt gibt, der jedoch nicht winterhart ist.
Felsenbirne
Felsenbirnen sind anspruchslose Sträucher oder kleine Bäume mit weißen Blüten. Sie gehören zu den Rosengewächsen, tragen jedoch eßbare und durchaus wohlschmeckende Früchte. Alle Arten wachsen zunächst locker aufrecht, werden im Alter zunehmend breiter und bilden eine ausladende Krone mit überhängenden Zweigen. Die Felsenbirne zeichnet sich im Frühjahr durch ihre zahlreichen weißen, sternförmigen Schalenblüten aus. Die bei Reife dunkel-violetten bis bläulich-schwarzen, kleinen, apfelförmigen Früchte sehen Blaubeeren ähnlich, schmecken jedoch mild und haben keinerlei Säure.
Im Herbst färbt sich das Laub der Felsenbirne attraktiv rot- und kupferfarben. Die Felsenbirne ist vollständig winterhart und steckt auch strenge Fröste problemlos weg. Dank ihrer robusten Natur kann die Felsenbirne problemlos in Gehölzgruppen und freiwachsende Hecken integriert werden. Sie sind sie als wichtige Bienen- und Vogelnahrung eine gute Besetzung. Wer es schafft, den Vögeln zuvorzukommen, kann das süße, schmackhafte Wildobst ernten, roh essen, zu Kompott verarbeiten oder sogar wie Rosinen trocknen.
Haselnuß
Die Haselnuß ist ein sommergrüner Strauch, der sich schnell verdichtet. Ihre charakteristischen gelben Kätzchen werden nur hartgesottene Gärtnerinnen und Gärtner zu sehen bekommen, denn die Haselnuß blüht bereits ende Januar. Für Menschen mit Allergie ist dies wiederum ein Segen: Sie können die wohlschmeckenden Nüsse im Herbst ernten oder aus den Ruten Körbe flechten ohne im Frühjahr geplagt zu werden.
Der Strauch ist anspruchslos: Eine Portion Kompost im Frühjahr reicht aus, um den Haselnussstrauch ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Während die Früchte reifen, sollte man ihn bei anhaltend trockenem Wetter gut wässern, damit er sie nicht vorzeitig abwirft. Ansonsten braucht er keine besondere Aufmerksamkeit. Alle zwei bis drei Jahre sollte er jedoch ausgelichtet werden, da er wie erwähnt sehr dicht wächst. Wenn er Dir gefällt, kannst Du ihn mit simplen Steckhölzern vermehren.
Bonus: Ab September kannst Du dann diese putzigen Gäste bei Deinem Haselnuß-Strauch beobachten.